Aus für Elbbrücke Neu Darchau wahrscheinlich

Landrat Manfred Nahrstedt plädiert jetzt für ein Aus der ElbbrückeDie Pläne für eine die Elbbrücke Neu Darchau stehen möglicherweise vor dem Aus. Ein Ingenieurbüro geht davon aus, dass die Baukosten für die Verbindung zwischen Darchau und Neu Darchau um ein Drittel auf 58 Millionen Euro anwachsen könnten. Landrat Manfred Nahrstedt will dem Lüneburger Kreistag dann empfehlen, die Pläne für den Brückenbau zu verwerfen.


„Bestätigt das Land die 58 Millionen, dann ist meine Meinung seit zehn Jahren klar: Diese Summe haben wir nicht“, sagte Nahrstedt dem NDR. Der Kreis müsste dem Gutachten zufolge rund 22 Millionen selbst bezahlen, mehr als doppelt soviel wie bisher veranschlagt.
Schon die bislang geschätzten zehn Millionen hätten woanders eingespart werden müssen – die 22 Millionen allerdings seien utopisch, sagte Nahrstedt. Bislang war von Gesamtkosten von 45 Millionen Euro für die Brücke bei Neu Darchau ausgegangen worden. Blieben nun die 58 Millionen Euro als Summe stehen, sehe er keine Möglichkeiten mehr, den Bau zu finanzieren, man habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, sagte Nahrstedt weiter. „Die Leute haben ein Recht auf Wahrheit und Klarheit. Das sind Kosten, die wir nicht wuppen können, und dann muss man auch irgendwann mal sagen, jetzt ist Schluss.“
Bisher pendelt eine Fähre von Darchau im Kreis Lüneburg am Ostufer der Elbe nach Neu Darchau, das zum Landkreis Lüchow-Dannenberg gehört und auf der westlichen Flussseite liegt. Ein Dutzend Dörfer ist dort über einem 30 Kilometer langen und im Schnitt zehn Kilometer breiten Landstreifen verstreut, rund 4.500 Menschen leben dort. Bei Eis sowie Niedrig- und Hochwasser stellt die Fähre ihren Betrieb ein, auch nachts ist sie nicht unterwegs. Dann müssen die Menschen 33 Kilometer zur nächsten Brücke in Dömitz flussaufwärts oder 37 Kilometer nach Lauenburg flussabwärts fahren.