Planungen ausgesetzt

Brückenplanung ausgesetztWie der Landkreis Lüneburg heute bestätigte, ist das Planungsverfahren zur Errichtung einer Elbbrücke in Neu Darchau bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Grund sind bisher unvereinbare Planungsnotwendigkeiten zur Errichtung eines Hochwasserschutzes und der geplanten Elbüberquerung. Die Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke“ (BI) begrüßt die Pläne zum Bau eines soliden Hochwasserschutzes in Neu Darchau und auch die damit einhergehende unbefristete Aussetzung des Planungsverfahrens für die Elbbrücke.

Beim Hochwasser 2013 hatte Neu Darchau große Probleme, den Ortsbereich vor dem andrängenden Wasser zu schützen. Deswegen soll der Ort jetzt einen effektiven Hochwasserschutz, sprich Deich erhalten. Doch der Deichbau könnte mit den Bauanforderungen der Elbbrücke kollidieren.

Im Dezember waren die beteiligten Planer vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) noch optimistisch, dass die Pläne in Deckung gebracht werden können. Doch das braucht Zeit. Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer hatte damals gegenüber der LZ online angedeutet, dass ein Teil der Umgehungsstraße womöglich auf der Deichkrone verlaufen soll.
Jetzt sind die Planer gefragt, ob sich die vorhandenen Ideen realisieren lassen. NLWKN und Landkreis arbeiten nun an Vorschlägen, ob und wie die beiden Bauvorhaben in Einklang gebracht werden können. Schon vorhandene Planungsunterlagen für den Bau der Elbbrücke sollen in die Deichplanung einbezogen werden.

Da der Hochwasserschutz Vorrang hat, ist das Planungsverfahren für die Elbbrücke deshalb zunächst ohne Befristung auf Eis gelegt. In Lüneburg rechnet man damit, dass der Deichbau Ende 2015 beginnen kann – wenn alles problemlos verläuft. Findet sich im Verlaufe der Deichplanung eine Lösung für die Elbbrücke, wäre dies auch der früheste Termin, wann das Brücken-Planungsverfahren weitergeht.

Die Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke“ (BI) begrüßt die Pläne zum Bau eines soliden Hochwasserschutzes in Neu Darchau und auch die damit einhergehende unbefristete Aussetzung des Planungsverfahrens für die Elbbrücke. „Hier wird dem Leben und Besitz der Ortsbewohner mehr Wert beigemessen als der schnelleren Mobilität“, so Andreas Conradt, Sprecher der BI, „und das ist gut so.“

Doch er verweist auch auf Probleme durch die erheblichen Wechselwirkungen beider Projekte: „Weil Überschwemmungsflächen nicht mehr als nötig verkleinert werden dürfen, sind die Planer gezwungen, den Deich so dicht wie möglich an die elbseitigen Grundstücke zu bauen.“ Bei der kürzlich geäußerten Idee, die Brückenzufahrt teilweise auf den Deich zu bauen, bedeute dies, dass eine viel befahrene und hoch gelegene Straße unmittelbar an den Gärten der Anwohner verlaufen würde, so Conradt. „Das muss den Neu Darchauern deutlich gesagt werden.“

Ohnehin stünde die Zufahrt auf der Deichkrone im Gegensatz zu den Wünschen derer, die die Brücke unbedingt haben wollten: „Ein Hauptargument der Befürworter ist die uneingeschränkte Überquerungsmöglichkeit auch bei Hochwasser. Doch Deiche dürfen ab einem gewissen Wasserstand nicht mehr betreten und befahren werden. Die Brücke müsste dann gesperrt werden. Das ist ein Schildbürgerstreich und sogar noch eine Verschlechterung gegenüber der bisherigen Planung.“
Conradt betont, dass die Neu Darchauer Bürgerinitiative dem Bau des Deiches positiv gegenübersteht. „Nicht hinnehmen werden wir aber den Missbrauch der Hochwasserschutzanlagen mit dem Ziel, die Elbbrücke durchzudrücken.“